Koloskopie

Durch die Koloskopie sind sowohl die Diagnosestellung als auch unmittelbar die Therapie von Erkrankungen des Dickdarms möglich. Moderne Endoskope, das sind biegsame Schläuche mit Licht-, Optik- und Arbeitskanälen, ermöglichen die Untersuchung des gesamten Dickdarmes (Kolon). Bei guten Vorraussetzungen kann man sogar einige Zentimeter in den Dünndarm eindringen und diesen beurteilen. Vorrausetzung meint im Wesentlichen die Vorbereitung des Dickdarmes durch eine Reinigung mittels Spüllösung.

 

Die Untersuchung wird in unserer Praxis unter Kreislaufüberwachung und wenn erforderlich mit einem Schlafrausch durchgeführt. Bei der Untersuchung liegt der Patient in Rücken- oder Seitenlage. Manchmal reicht die Sicht auf ein kurzes Teilstück des Dickdarmes etwa bei Kontrollen aus (Sigmoidoskopie). Dann entfällt die Darmreinigung und es ist nur ein kleiner Einlauf erforderlich. Die Koloskopie ist ein sehr sicheres Verfahren. In einer schwedischen Studie traten keine Todesfälle und 0,1 % schwerere Verletzungen des Darms bei der Untersuchung auf. Diese Verletzungen müssen dann aber in aller Regel chirurgisch versorgt werden.

 

Ein großer Vorteil der Koloskopie ist, dass die gleichzeitige Entnahme von Gewebeproben, zum Beispiel bei Entzündungen oder Tumoren zur feingeweblichen Untersuchung möglich ist. Finden sich im Bereich der Schleimhaut Polypen so können diese ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt abgetragen werden. Oft sind so Operationen im Bauchraum zu vermeiden.

Sonographie

Die Ultraschalluntersuchung ist zur Diagnosesicherung von Erkrankungen des Bauches nicht mehr wegzudenken. Mit diesem Verfahren können Tumore, Gefäßanomalien, Flüssigkeitsansammlungen und die genaue Beschaffenheit und Größe der meisten inneren Organe festgestellt werden. Ultraschalluntersuchungen sind ungefährlich. Sie können beliebig oft wiederholt werden und sind somit auch ein gutes Mittel zur Verlaufskontrolle bestimmter Erkrankungen. Die technische Weiterentwicklung und Verkleinerung der Schallsonden ermöglicht heute auch die Anwendung von Ultraschall durch bestehende Körperöffnungen. Der Vorteil dieses, allenfalls unangenehmen, aber nicht schmerzhaften Verfahrens ist die höhere Bildauflösung, also die bessere Sicht.

 

Sphinkterdruckmessung und EMG

Die Sphinktermanometrie oder anale Druckmessung wird bei bestimmten Fragestellungen zur Untersuchung der Schließmuskelfunktion eingesetzt. In der Kombination mit der Ableitung von Muskelströmen zu deren Aktivierung (EMG) ist zusätzlich eine Beurteilung der Beckenboden-Koordination beim Kneifen und der Stuhlentleerung möglich. Bei der Untersuchung wird eine kleine Sonde im Mastdarm platziert und die Ströme, die wir sonst gar nicht bemerken, über Klebeelektroden abgeleitet. Insbesondere auch bei Fragen zur Ursache einer Inkontinenz oder Stuhlentleerungsstörung bringen diese Methoden wichtige Informationen für das weitere Vorgehen.